Forschungsgruppe »Monetäre Souveränität« im Mai gestartet

Finanzkrisen, zunehmend globalisierte Zahlungsströme, das rasante Wachstum der Geldmengen bei sich gleichzeitig verschärfender Ungleichheit, die anhaltenden Spannungen des Euro oder das Aufkommen vieler neuer Lokal- und Kryptowährungen – das Thema „Geld“ hat sich in den letzten Jahren zu einem vitalen Forschungsfeld entwickelt. Davon zeugt auch das aktuelle Heft der Institutszeitschrift Mittelweg 36 – »Perspektiven der Geldsoziologie«.

Das Hamburger Institut für Sozialforschung baut sein Engagement in diesem Bereich nun aus.

Seit Anfang Mai hat die Forschungsgruppe »Monetäre Souveränität«, neben den bereits bestehenden Forschungsgruppen »Makrogewalt« und »Demokratie und Staatlichkeit«, ihre Arbeit aufgenommen.

Die Gruppe um Aaron Sahr untersucht Konstitutionen und Wandlungen privilegierter Zahlungsfähigkeit in modernen Geldwirtschaften. Sie fragt danach, wie monetäre Autonomiegrade und Abhängigkeitsstrukturen entstehen, sich verändern und welche gesellschaftlichen Konsequenzen damit einhergehen.

Carolin Müller untersucht in ihrem Promotionsprojekt, wie staatliche Kreditwürdigkeit und Zahlungsfähigkeit innerhalb des supranationalen Währungsprojekts Eurozone soziopolitisch hergestellt und definiert wird und wie sich diese Verfahren wandeln.

Gabriel Popham studiert die Interferenzen zwischen dieser supranationalen Währung und lokalen Geldpolitiken im Kontext des Strukturwandels einer Region in Norditalien.

Friedo Karth interessieren die normativen und demokratietheoretischen Sinnressourcen, die im Konfliktfeld der Geldpolitik mit Begriffen wie »monetäre Souveränität« aufgerufen, verhandelt und zur Wirkung gebracht werden – einschließlich der damit verbundenen Folgen.

Aaron Sahr schließlich arbeitet an einer Weiterentwicklung eines kredit- oder beziehungstheoretischen Zugangs zu Geld und Zahlungsfähigkeit.

Weitere Infos zu »Monetäre Souveränität«

Kontakt:
Jürgen Determann, Referent für Kommunikation, Hamburger Institut für Sozialforschung / Hamburger Edition , Tel.: +49 40 414097-34, Email senden

Pressemitteilung
Hamburg, im Juni 2019