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Die umkämpfte Demokratie. Spanien zwischen Republik und Bürgerkrieg (1931-1936)

Location HIS on the move | Beginn: 16.10.2019 19:00 Uhr

Das Spanien der 1930er Jahre bündelte die Widersprüche der europäischen Geschichte des frühen 20. Jahrhunderts wie in einem Brennglas – Widersprüche, die sich auch noch in Spaniens Gegenwart finden und deshalb merkwürdig aktuell erscheinen. Auf der einen Seite erlebte das Land damals einen demokratischen Aufbruch, der Frauen, Arbeitern und der Landbevölkerung neue Lebenschancen eröffnete und zu einer Blüte der künstlerischen Avantgarde führte. Auf der anderen Seite sympathisierte ein reaktionärer Block aus Großgrundbesitz, Katholischer Kirche und Militär mitfaschistischen Ideen. Und auch die einflussreiche anarchistische Bewegung beäugte die demokratische Ordnung misstrauisch. In der Folge prägten rasche Regierungswechsel, Massenproteste und Straßengewalt die öffentliche Wahrnehmung, bevor der Putsch des Militärs das Land 1936 in einen blutigen Bürgerkrieg stürzte. In Spanien wird nach wie vor erbittert über die Bewertung der Zeit vor dem Bürgerkrieg gerungen: Wer hatte Schuld am Niedergang der Demokratie? Hätte der Bürgerkrieg verhindert werden können? Der Vortrag wirft vor dem Hintergrund gegenwärtiger Entwicklungen einen neuen Blick auf diesen bewegten Abschnitt spanischer und europäischer Geschichte und skizziert neue Deutungsperspektiven.

Prof. Dr. Till Kössler, Leiter des Instituts für Pädagogik sowie des Arbeitsbereiches Historische Erziehungswissenschaft an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Der Vortrag wird in Kooperation mit dem Instituto Cervantes Hamburg organisiert

Veranstaltungsort ist das Instituto Cervantes, Fischertwiete 1, 20095 Hamburg.